Praxisbasierte Systementwicklung an der Schnittstelle von Gesundheit, Governance, Digitalisierung und Selbstorganisation.
Nicht alles, was transparent wirkt, ist transparent.
Nicht alles, was als unabhängig bezeichnet wird, ist unabhängig.
Mich interessieren Strukturen, die Menschen stärken, anstatt sie zu kontrollieren. Freier Zugang zu Wissen ist eine Machtfrage. Ich beschäftige mich mit Governance, Digitalisierung und Selbstorganisation, mit dem Fokus auf Unabhängigkeit und digitale Infrastrukturen.
Meine Arbeit entsteht aus Beobachtungen, die in konkrete Modelle, Formate und Strukturen übersetzt werden.
Neben meiner inhaltlichen Arbeit beschäftige ich mich mit datenbasierter Kunst und visueller Reflexion. Ich finde es besonders spannend, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Alle Entwicklungen auf dieser Seite entstanden aus Beobachtungen in der Praxis.
Über Jahre suchte ich weltweit nach Hilfe. Was ich fand, waren Informationen, die nicht halfen. Was ich nicht fand, war eine unabhängige Beratungs- und Begleitungsstruktur für Menschen mit Urtikaria und Angioödemen. Ein Professor, den ich damals für meine Arbeit gewinnen wollte, sagte: „Das ist rührig. Aber wir brauchen keinen Urtikariaverband.“ Dieser Satz wurde später zu einem Beleg für eine meiner wichtigsten Erkenntnisse.
Versorgungslücken lassen sich nicht allein aus institutioneller Perspektive erkennen. Manche werden erst dort sichtbar, wo Menschen täglich mit ihnen leben. Unabhängige Selbsthilfe kann nicht stellvertretend entwickelt oder in Auftrag gegeben werden. Sie entsteht aus Erfahrung und entwickelt sich mit ihr. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch erst, wenn Erfahrungen nicht nur gesammelt, sondern systematisch reflektiert, analysiert und in neue Organisationsmodelle, Beratungsformate oder digitale Infrastrukturen übersetzt werden. Genau an dieser Schnittstelle setzt heute meine Beratungs- und Entwicklungsarbeit an.
Erst die praktische Arbeit innerhalb des Verbandes machte sichtbar, welche Rolle Interessenkonflikte, Förderlogiken, wirtschaftliche Abhängigkeiten und Machtasymmetrien für die Entwicklung der Selbsthilfe spielen. Viele der späteren Fragestellungen von Selbsthilfe 2.0 und NOA entstanden aus diesen Erfahrungen.
Incendi entstand ursprünglich als unabhängiges Magazin für Menschen mit Mastzellerkrankungen. Schon früh zeigte sich, dass gesundheitliche Versorgung weit über medizinische Fragestellungen hinausgeht. Digitalisierung, Politik, Machtstrukturen, wirtschaftliche Interessen und gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen Versorgung oft stärker als fachliches Wissen allein.
Gesundheit ist auch eine Frage von Macht. Wer Entscheidungen trifft. Wer Informationen kontrolliert. Wer Ressourcen verteilt. Wer sichtbar wird und wer nicht. Wer heute Versorgung verstehen will, muss Strukturen verstehen.
Aus einem krankheitsspezifischen Magazin entwickelte sich schrittweise eine interdisziplinäre Plattform. Incendi dokumentiert und analysiert Entwicklungen und untersucht die Strukturen, aus denen sie entstehen. Heute verbindet Incendi Journalismus, Systemanalyse, Gesundheitskompetenz, Digitalisierung und Kunst zu einer gemeinsamen Form der gesellschaftlichen Reflexion.
Information allein verändert keine Versorgung. Mit zunehmender Digitalisierung entstand die Frage, wie unabhängige Selbsthilfe digital organisiert werden kann.
Digitale Infrastruktur ist weit mehr als Kommunikation. Sie kann zentrale Bereiche der Selbsthilfe in eine gemeinsame Struktur bringen. Die zugrundliegenden Prinzipien sind nicht krankheitsspezifisch.
Der Kompass entwickelte sich von einer digitalen Plattform zu einem übertragbaren Infrastrukturmodell und wurde zum zweiten Referenzmodell einer digitalen Selbsthilfearchitektur.
Über viele Jahre wurde innerhalb der Selbsthilfe vor allem über Abhängigkeiten von der Industrie diskutiert. Die Erfahrungen der Jahre 2024 bis 2026 führten zu einer weiteren Fragestellung: Wie wirken Förderlogiken, bürokratische Anforderungen, Projektbewertungen und institutionelle Entscheidungsprozesse auf unabhängige Selbsthilfe? Gleichzeitig wurde sichtbar, dass immer mehr Patientenorganisationen hochprofessionell arbeiten, aber dennoch nicht als gleichwertige Partner behandelt werden.
Die Krise der Selbsthilfe ist keine Krise einzelner Organisationen und sie hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Kontrolle, Bürokratie, Erwartungen Dritter, Finanzierung, Governance, Legitimation, Digitalisierung, Machtasymmetrien lassen sich nicht in einem überalterten System lösen.
Selbsthilfe 2.0 entstand als Antwort darauf. Es versteht sich als Institut für unabhängige Selbsthilfe und Systemanalyse und entwickelt eine neue, digitale Selbsthilfearchitektur, die Unabhängigkeit, Transparenz und digitale Souveränität neu denkt.
Alle bisherigen Entwicklungen führten zu derselben Fragestellung: Wie können unabhängige Arbeit und Versorgung langfristig organisiert werden?
Unabhängigkeit benötigt Infrastruktur. Sie braucht Governance, digitale Identität, neue Finanzierungsmodelle, Technologie und eine Struktur, die Zusammenarbeit unabhängig von bestehenden Machtstrukturen ermöglicht.
Mit NOA entwickelte ich eine digitale Infrastruktur für neue Formen unabhängiger Zusammenarbeit und Versorgung. Sie verbindet Community, webbasierte Technologien, Wissensmanagement, Serious Games, digitale Identität und Governance zu einem gemeinsamen Ökosystem.
Gesundheitskompetenz entsteht nicht allein durch Information. Viele Zusammenhänge werden erst verständlich, wenn Menschen sie selbst erleben, Entscheidungen treffen und deren Folgen reflektieren.
Spielerisches Lernen macht komplexe Zusammenhänge verständlich und erfahrbar.
Derzeit entsteht das erste webtechnische basierte Lernsystem dieser Entwicklungsreihe. Als digitale Anwendung übersetzt es komplexe Zusammenhänge in interaktives Lernen und wird ein weiterer Baustein der NOA-Infrastruktur.
Nicht jede Erfahrung lässt sich wissenschaftlich beschreiben und nicht jede Analyse erreicht Menschen über Sprache. Wichtige Zusammenhänge bleiben abstrakt, obwohl sie unser tägliches Handeln prägen.
Kunst kann Zusammenhänge sichtbar machen, die sich einer rein wissenschaftlichen Darstellung entziehen.
Gross-artig übersetzt Erkenntnisse aus der praktischen Arbeit in datenbasierte visuelle Reflexionen. Die Arbeiten entstehen aus denselben Fragestellungen wie Studien, Systemanalysen, erweitern sie aber um eine visuelle und emotionale Ebene.
Transparenz
Governance & Interessenkonflikte
Unabhängigkeit von Patientenorganisationen
Monetarisierung und Förderstrukturen
Digitalisierung
Digitale Gesundheitskompetenz
Selbsthilfearchitektur
Ich spreche auf Kongressen, Fachtagungen und Veranstaltungen über Selbsthilfe, Transparenz, Governance und Digitalisierung im Gesundheitswesen. Für Dachverbände, Förderinstitutionen und Fachpublikum im In- und Ausland.
Praxisnahe Workshops für Vereine, Patientengruppen, Organisationen, Firmen, Wirtschaftstreibende, Gemeinden, Mitarbeiter großer Unternehmen und Endverbraucher: Gesundheitskompetenz, Digitale Plattformen, Vereinsführung, Unabhängigkeit und Interessenkonflikte.
Ich begleite Organisationen, die sich unabhängiger aufstellen, Transparenz erhöhen oder Governance-Strukturen überdenken wollen. Auf Anfrage.
Essays, Ratgeber und Papers zu Selbsthilfe, Governance und Gesundheitspolitik. Erscheinen laufend auf den jeweiligen Plattformen und auf Anfrage als eigenständige Publikation.
Was Patientenorganisationen stark macht — und was sie zerstört. Ein Buch über Transparenz, Interessenkonflikte und die Zukunft der unabhängigen Selbsthilfe.
Kapital darf Leistungen kaufen. Aber keinen Einfluss.